Von Santa Marina nach Luarca
Wetter: Blauer Himmel und Sonnenschein bis zum späten Nachmittag, morgens kühl und dann fast zu warm zum Wandern
Heute Morgen bin ich im Schein von 1000-den von Sternen das kurze Stück von der Pension in Santa Marina zum Restaurant gelaufen. Es wurde gerade hell, als ich zu meiner Tagesetappe gestartet bin. Die Atlantikküste ist hier weiterhin sehr zerfurcht und so besteht mein Weg nach Westen aus einem ständigen Auf & Ab. Der gestrige Regen hatte die Wege besonders in den schattigen Tälern aufgeweicht, und so erfordert das Laufen dort viel Konzentration.
Gegen 10:30 Uhr – ich hatte schon etliche Kilometer hinter mir – betrat ich den Garten einer Café-Bar. Mein zweites Frühstück dort bestand aus knusprig getoasteten Weissbrotscheiben, einem Püree aus frischen Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Salz. Dazu gab es eine grosse Tasse Milchkaffee. Ich sass dort im Garten – mein Füsse freuten sich über die Pause – und hatte das Gefühl, dem Paradies sehr nahe zu sein. Danke!
Gegen 16 Uhr bin ich – müde und glücklich – an meinem Etappenziel, dem Küstenstädtchen Luarca, angekommen. In der in der in der Innenstadt gelegenen Pilgerherberge habe ich ein Bett bekommen und nach Duschen und Waschen meiner verschwitzten Kleidung bin ich zu einem Stadtbummel aufgebrochen. In einer Fruteria habe ich mir erstmal Obst gekauft. Gern hätte ich von jeder Sorte mindestens eine Frucht gekauft…
Lange Zeit bin ich im Fischereihafen von Luarca herumgebummelt und habe dort die bunten Fischerboote betrachtet. Dort ist auch mein heutiges Bild entstanden.

Zu Abend gegessen habe ich mit Jim, einem pensionierten Milchmann aus England, und Gabi aus München, die dort in einem sozialen Brennpunkt arbeitet. Wir haben uns zufällig vor dem Restaurant getroffen; wir kannten uns schon vom Camino.
Jim ist wie ich zu Fuss unterwegs und ist leidenschaftlicher Weit-Wanderer. Er hat u.a. von seinen Wanderungen von Canada nach Mexiko erzählt, entlang der Ostküste und der Westküste der USA. Gabi ist hier allein mit dem Fahrrad unterwegs, sie fährt von Irun nach Santiago de Compostela. Sie übernachtet in Pilgerherbergen und hat schon – wie viel von uns – diverse andere Jakobswege erkundet. Sie hat ihr Rad mit dem Flugzeug mitgenommen und erzählt, wie kompliziert das ist.
Mein Pilgermenu bestand übrigens aus Fischsuppe, einer Scheibe gebratener Fisch, und einem spanischen Pudding zum Nachtisch.
Leckeres Essen und interessante Gespräche – Pilgern ist einfach wunderbar!